Das Näh-ABC: Ein Näh-Guide für Anfänger

Juhu, das Traumbeere Magazin öffnet seine Pforten! Ab heute könnt ihr euch regelmäßig über Themen aus der bunten Welt der Stoffe freuen. How-To-Artikel, Nähanleitungen, Pflegetipps und viele weitere spannende Themen erwarten dich!

Gerade in unserem hektischen, digitalen Zeitalter ist Nähen als handwerkliche Tätigkeit bestens geeignet, um abzuschalten und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Nähen ist außerdem einfach praktisch. Anstatt kaputte Klamotten wegzuwerfen, kannst du sie meistens nach ein paar Stichen wieder anziehen. Wenn du im Laden keine passenden Klamotten findest, kannst du sie außerdem so ganz einfach selbst nähen.

Passend zum Einstieg wollen wir mit einem Näh-Guide für Anfänger starten. In diesem Artikel erfährst du, warum du überhaupt nähen lernen solltest und was du brauchst, um deine Näh-Karriere zu starten. Außerdem versorgen wir dich mit jeder Menge hilfreicher Tipps für den Start von unseren Nähexpertinnen. Bist du bereit? Dann lass uns loslegen!

Das Näh-Starter-Set: Alles, was du zum Nähen brauchst

  1. Nadeln: Je nach Beschaffenheit des Stoffs sollten Nadeln dünner oder dicker ausfallen. Mit Nähnadeln kannst du bereits kleine Dinge selbst machen – beispielsweise Knöpfe annähen. Bei größeren Projekten brauchst du jedoch eine Nähmaschine. Hierfür gibt es spezielle Nadeln. Zu Beginn holst du dir am besten eine Universal-Nadel. Damit kannst du die meisten Stoffe nähen.
  2. Nähgarn: Für den Anfang kannst du dehnbares Polyestergarn nutzen. Es ist vielseitig einsetzbar und außerdem stabil. Orientiere dich farblich an der Farbe des Stoffes oder nehme weißes Garn für helle Stoffe und schwarzes für dunkle Stoffe.
  3. Einfädler: Er hilft dir, deinen Garn durch die kleinen Löcher der Nadel zu fädeln, falls du ohne Nähmaschine nähen möchtest.
  4. Handmaß oder Maßbänder: Um den Stoff richtig vorzubereiten, benötigst du Maßhilfen. Viele arbeiten mit Nähvorlagen bzw. Schnittmustern. Sie geben genau vor, wie du deinen Stoff vorschneiden und nähen musst, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
  5. Die Stoffschere: Sich eine Stoffschere anzuschaffen lohnt sich allemal. Sie schneidet den Stoff perfekt und sorgt dafür, dass der Stoff weniger franst.
  6. Stecknadeln oder Klammern: Damit kannst du Schnittmuster stecken oder Stellen markieren.
  7. Markierungsstifte oder Schneiderkreide: Wenn du auf deinem Stoff zeichnen möchtest, beispielsweise um ihn entsprechend zuzuschneiden oder entlang der Markierungen zu nähen, solltest du unbedingt spezielle Markierungsstifte oder Schneiderkreide benutzen. Sonst besteht die Gefahr, dass du die Markierungen auch nach dem Waschen nicht mehr herausbekommst und unschöne Reste am Stoff bleiben.
  8. Nahttrenner: Es ist ganz normal, dass Stiche auch mal daneben gehen. Dafür gibt es den Nahttrenner. So behebst du kleine Fehlerchen im Nu!

Die zwei wichtigsten Anschaffungen:

Die Nähmaschine

Für den Anfang wählst du am besten eine einfache, aber robuste Nähmaschine mit den nötigsten Basic-Einstellungen. Achte darauf, dass die wichtigsten Sticharten wie Zickzack-, Knopfloch-, Stepp- und Geradstich vorhanden sind. Als Anfänger kann es auch hilfreich sein, eine Nähmaschine mit automatisierter Fadenspannung zu benutzen, da du erst mit der Zeit lernst, diese richtig einzustellen.

Der richtige Stoff

Für den Einstieg eignet sich Baumwolle besonders gut. Der Stoff ist vielseitig einsetzbar und wenig elastisch, daher verrutscht er nicht so schnell. 

Kleiner Tipp: Wasche deinen Stoff einmal durch. So läuft der Stoff nach dem Nähen nicht ein und das von dir genähte Kleidungsstück passt auch dann noch!

Die besten Tipps für den Nähstart von Steffi, DIY- und Nähbloggerin bei Cuchikind:

steffi cuchikind naeh abcAm Anfang meiner Näkarriere habe ich beliebte Fehler gemacht, die so nicht sein müssen. Zum Beispiel sind mir vermehrt die Nadeln abgebrochen, weil ich nicht darauf geachtet habe, welche Stärke für welchen Stoff geeignet ist. Ich würde auch nicht das billigste Garn verwenden, damit hat man nachher nur Ärger, weil es reißt oder sich verheddert. Bevor ich losnähe, teste ich meist an einem Reststück, ob alles gut funktioniert. So mache ich meinen bereits geschnittenen Stoff nicht kaputt. Ich benutze keine Stecknadeln, sondern kleine Klemmen, weil die besser halten.“

Über Steffi von www.cuchikind.de: Steffi lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt und liebt es, in ihrer Freizeit kreativ zu sein. Auf ihrem Blog Cuchikind dreht sich deshalb alles ums Basteln, Nähen, Häkeln und Plotten – und natürlich um den Alltag mit ihren Kindern.

Deine Nähmaschine startklar machen

Jede Nähmaschine funktioniert anders, lies dir daher bitte sorgfältig die Bedienungsanleitung durch, bevor du startest.

In diesem Abschnitt gehen wir die wichtigsten Basics durch, die grundsätzlich für jede Nähmaschine gelten. Mit dem Rädchen an der Maschine bewegst du die Nadel hoch und runter. Das Pedal ist dein Gaspedal – damit setzt du die Stiche.

Jede Maschine hat außerdem Knöpfe oder ein Rädchen, mit dem du die Stichart einstellen kannst. Neben der Stichart kannst du die Stichlänge einstellen. Für einfache Stiche wähle die gerade, gestrichelte Linie und eine Stichlänge von 2,5 cm.

Unter deinem Nähfuß findest du Orientierungslinien. Orientiere dich immer an der rechten Seite.

Den Faden in die Nähmaschine einfädeln

Nähmaschinen arbeiten grundsätzlich mit zwei Fäden, dem Unter- und dem Oberfaden. Der Oberfaden ist der, mit dem am Ende genäht wird. Er fängt oben an der Maschine an und wird an der Maschine entlang in die Nähnadel gezogen. Der Unterfaden sitzt unterhalb der Stichplatte und wird durch die Nadel durch eine kleine Öffnung nach oben gezogen. Da eine Nähmaschine nicht die Schlaufenbewegungen machen kann, wie du sie beim händischen Nähen machst, nutzt die Nähmaschine diese beiden Faden, um die Schlaufe zu ziehen.

Für das Einfädeln braucht ihr: ein Stück Garn, eine Spule und natürlich die Nähmaschine

Gehe beim Einfädeln des Fadens in deine Nähmaschine wie folgt vor:

  1. Unterfaden aufspulen: Der Unterfaden wird von einer Spule, die im unteren Teil deiner Nähmaschine eingesetzt wird, an die Nadel gereicht. Meistens ist die Spule, die im Zubehörset deiner Nähmaschine liegt, leer. Sie wird mit einem Stück deines Garns bespult. Nimm dafür deine Rolle Garn und stecke sie auf den Ablaufstift. Entferne dafür vorerst die Fadenablaufscheibe, die auf dem Ablaufstift sitzt. Sie verhindert, dass die Spule von deiner Nähmaschine rutscht. Stecke das Garn auf den Stift und setze die Scheibe wieder auf. Führe das Garn über die metallischen Ösen und Aufsätze deiner Nähmaschine. Die Schritte, wie der Faden über die Nähmaschine geführt wird, ist auf den meisten Nähmaschinen durch gestrichelte Pfeillinien aufgezeigt. Nimm dir dann deine Spule und führe das Garn von innen nach außen durch eines der Löcher an der Spule und setze diese mit dem eingefädelten Loch nach oben auf den Bolzen auf. Achte darauf, dass sie festsitzt und eingerastet ist. Halte dann das abstehende Ende des Garns nach oben hin fest und betätige das Pedal, um deine Maschine zu starten. Damit bespulst du die Spule mit Garn. Du musst die Spule nicht sehr dick aufrollen. Ein paar Schichten Garn reichen.
  2. Den Oberfaden einfädeln: Nimm deine Rolle Garn und stecke sie wieder auf den Ablaufstift. Ziehe das Garn nach unten durch den Schlitz entlang der durchgehenden Pfeile um den Steg wieder nach oben. Drehe das Handrad, bis der Fadengeber durch den Schlitz erscheint. Hake den Faden dort ein und ziehe ihn durch den Schlitz nach unten bis zur Nadel. Dort fädelst du ihn durch den Haken am oberen Ende hinter deiner Nadel. Das Fadenende fädelst du nun durch die Nadel (hier kannst du gegebenenfalls deine Einfädelhilfe nutzen, die an der Maschine befestigt ist). Ist der Faden eingefädelt, führst du ihn durch den Nähfuß und legst ihn nach hinten.
  3. Den Unterfaden einfädeln: Entferne den Anschiebetisch deiner Nähmaschine. Das ist der Aufsatz unten an deiner Nähmaschine, vor dem Nähfuß. Öffne nun die Klappe ganz unten links an deiner Nähmaschine. Dort befindet sich die Spulenkapsel. Nimm die Kapsel heraus und setze deine aufgespulte Spule hinein. Führe das Garn durch den Spalt und ziehe so lange, bis es durchgerutscht ist. Betätige danach den Hebel, damit die Spule nicht hinausfällt. Setze dann die Spulenkapsel wieder ein und lasse den Hebel los. Wichtig: Die Nase der Spulenkapsel muss in der Einkerbung des Spulengehäuses sitzen.
  4. Den Unterfaden hochholen: Nimm das Garn des Oberfadens in die Hand und drehe das Handrad in deine Richtung. So bildet sich eine kleine Schlaufe im Spulengehäuse. Ziehe dann den Oberfaden nach hinten und die Schlaufe heraus. Lege die zwei Stränge nach hinten und befestige den Anschiebetisch deiner Nähmaschine.

Deine Nähmaschine ist nun startklar!

Hilfreiche Näh-Tipps für den Start von Jenny, Näh-Bloggerin bei Fetzich:

jenny fetzich naeh abc„Für Anfänger empfehle ich Nähprojekte aus Stoffen mit etwas Stand. Zum Beispiel einfache Kleidungsstücke, wie ein T-Shirt oder einen Pullover aus Sweat oder Baumwolljersey. Sie verrutschten nicht so schnell unter der Nähmaschine und verzeihen auch mal eine Ungenauigkeit beim Nähen. Eine besonders schöne Saumverarbeitung gelingt übrigens mit einer Zwillingsnadel. Mit ihr kann man auf der Außenseite des Stoffes zwei Reihen gerade Nähte erzeugen, während auf der Innenseite eine Zickzacknaht entsteht, die den Saum daran hindert, aufzuribbeln. Außerdem kann ich die alte Nähweisheit „Gut gebügelt ist halb genäht“ nur bestätigen. Um saubere Nähte und ein schönes Endergebnis zu erhalten, lohnt es sich, nach jedem Nähschritt kurz zu bügeln.“

Über Jenny von www.fetzich.de: Seitdem mir 2011 meine erste Hose aus Jersey von der Nadel gehüpft ist, schreibe ich auf www.fetzich.de über das Nähen und tausche mich mit anderen Nähbegeisterten über verschiedene Schnittmuster, Materialien und Verarbeitungsmöglichkeiten aus. Dabei nähe ich vor allem Kleidungsstücke und Taschen. Auf meinem Blog teile ich meine Erfahrungen und gebe Tipps, z. B. für einen gut organisierten Besuch auf dem Stoffmarkt. Außerdem veröffentliche ich hin und wieder Nähanleitungen, zuletzt für einen Wäschekorb aus Filz oder einen einfachen Rucksack.

Das erste Mal Nähen

Bevor du das erste Mal nähst, kannst du deine Nähmaschine auch mal ohne Faden ausprobieren. Zeichne dafür auf ein Papier einige Linien, Rechtecke und Kreise und nähe sie mit der Nähmaschine ohne Faden nach. Wenn du das Papier gegen das Licht hältst, kannst du sehen, ob du die Linien gut getroffen hast.

Danach kannst du dich an richtigem Stoff versuchen. Lies dir die Einstellungen deiner Nähmaschine und die Nähanleitung in aller Ruhe durch. Zunächst kannst du auf altem Stoff, beispielsweise einer kaputten Jeans, ein paar Trockenübungen absolvieren. Male nun die Linien, die du vorher auf das Papier gezeichnet hast, noch mal auf den Stoff und versuche sie hier so gut wie möglich nachzunähen.

Dein erstes Nähprojekt

Deine Trockenübungen haben funktioniert? Super! Dann beginne dein erstes Nähprojekt! Finde erst einmal heraus, was du nähen willst. Für den Anfang könntest du es beispielsweise mit einem Kissenüberzug oder einem Beutel probieren. Diese Projekte bestehen überwiegend aus gerade Linien und sind einfach umzusetzen.

Unterstützung suchen

Für deine ersten Näh-Versuche kann es hilfreich sein, sich Unterstützung zu suchen. Du kannst entweder eine erfahrene Freundin/einen erfahrenen Freund oder Verwandte fragen und wenn du niemanden in deinem Umfeld hast, ein Näh-Café besuchen. Dort finden regelmäßig Näh-Workshops statt und du kannst vor Ort Nähutensilien leihen und ausprobieren.

Dein Team von Traumbeere wünscht dir ganz viel Spaß und Erfolg beim Nähen!

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